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SST175 – Angst vor dem Frauenarzt – Was tun?

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SST175 – Angst vor dem Frauenarzt – Was tun?

„Hilfe Kathrin, ich hab total Angst vor dem Frauenarzt! Was soll ich tun?“ Diese Frage von euch erreichte mich über meine Social-Media-Kanäle. Deshalb geht es heute mal genau darum.

Denn wenn ich für etwas mittlerweile Expertin geworden bin, dann sind das Frauenarzt-Besuche. Klar, natürlich erstmal unfreiwillig. Bei mir wurden im Juni 2019 Zysten und Endometriose diagnostiziert. Ich hatte eine OP und die Zeit davor und danach war ich gefühlt eine Weile wöchentlich, später dann zumindest ein Mal im Monat beim Frauenarzt.

Soll heißen: Die Angst vor dem Frauenarzt kenne ich – aber ich weiß auch um die Wichtigkeit der Untersuchungen und dass du sie deshalb unbedingt wahrnehmen solltest!

Angst vor dem Frauenarzt ist völlig ok

Dabei hilft es zunächst, deine Angst erstmal wahrzunehmen und wirklich da sein zu lassen. Denn was bringt es, sie ständig wegzuschieben und dich nicht mit ihr zu beschäftigen? Du verschiebst vielleicht seit Monaten oder Jahren einen wichtigen Termin zur Vorsorgeuntersuchung, einfach, weil du dich deiner Angst nicht widmest. Die Angst will dir etwas sagen, also hör ihr zu.

Nimm dir am besten Stift und Zettel und schreib dir in Ruhe auf, was genau deine Ängste sind. Hast du Angst vor den Schmerzen, vor den Instrumenten, davor, im Frauenarztstuhl ein bisschen die Kontrolle abgeben zu müssen? Hast du Angst vor Krankheiten oder Angst vor deinem Arzt selbst, weil er oder sie vielleicht unsympathisch oder unsensibel ist?

Komm deiner Angst mal auf die Schliche und schau, welche deiner Sorgen rational und plausibel sind, und welche vielleicht ein wenig irrational sind.

Du darfst wählen!

Im nächsten Schritt mach dir klar, dass regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wirklich unglaublich wichtig sind. Sie dienen der Früherkennung von Krankheiten, du kannst offene Fragen stellen, deine Verhütungsmethode abklären und dich einfach mal richtig durchchecken lassen. Mindestens einmal im Jahr solltest du deshalb zum Frauenarzt gehen.

Doch: Du bist die Person, die entscheidet, welchen Frauenarzt sie aufsucht! Wenn du von deinem bisherigen Arzt oder deiner Ärztin nicht begeistert bist, dann besuch das nächste Mal eine andere Praxis. Es ist dein Recht, deinem Arzt bzw. deiner Ärztin vertrauen zu können und dich wohl zu fühlen.Ich selbst habe in den letzten Jahren ganze sieben Mal meine Ärztin gewechselt. Klar war das anstrengend, meine Geschichte immer wieder zu erzählen, immer wieder neu anzufangen. Aber ich habe einfach keine Ruhe gegeben, bis ich jemanden gefunden habe, mit dem ich gut resoniere. Warum? Weil das mein Recht ist! Es geht um mich, meinen Körper und meine Gesundheit.

Ich darf wählen, wer mir gut tut. 

Besuch beim Frauenarzt als Chance

Als ich dann endlich eine Ärztin gefunden hatte, mit der ich gut klarkam, habe ich auch direkt auf dem Gynäkologenstuhl meine Bedürfnisse und Grenzen geäußert.

Ich sage auch heute immer noch bei jedem Besuch: „Bitte sagen Sie genau an, was Sie machen und machen Sie ganz langsam.“ Denn meine Frauenärztin hat so viele Patientinnen, da kann sie sich gar nicht jede Frau von einem aufs andere Mal merken. Deshalb sag ich es immer wieder dazu. Und das darfst du auch tun. Du musst die Untersuchung nicht aushalten! Stattdessen darfst du dich entspannen. Du darfst artikulieren, wenn dir was weh tut, du darfst aussprechen, dass du nervös bist, du darfst sagen, wenn die Ärztin oder der Arzt zu schnell oder ruckartig vorgeht. All das ist dein Recht als Patientin.

Ich nutze die Besuche bei meiner Frauenärztin mittlerweile sogar, um immer wieder Neues zu lernen. Das letzte Mal habe ich zum Beispiel nach einem Spiegel gefragt, damit ich mitschauen konnte, und hab meine Frauenärztin gebeten, mir zu sagen, wo mein Muttermund ist. Ich gucke jedes Mal auf dem Ultraschall ganz genau mit und frage nach, wo die Organe sind und was gerade untersucht wird. So lerne ich auch mich selbst und meinen Körper immer besser kennen.

Wie du siehst: Ein Besuch beim Frauenarzt kann eine große Chance sein, wenn du bereit bist, dich selbst zu beteiligen und ihn nicht nur passiv über dich ergehen zu lassen!

Ich hoffe, ich konnte dir in dieser Hinsicht ein bisschen von deiner Angst vor dem Frauenarzt nehmen und dich ermuntern, deine nächste Vorsorgeuntersuchung anzugehen!

You can do it!

Feste Umarmung, deine Kathrin! ❤️

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Liebe Grüße Kathrin Ismaier

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