Seelen Striptease

SST189 – Was passiert auf einem Tantra-Retreat?

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SST189 – Was passiert auf einem Tantra-Retreat?

„Kathrin, wie ist es eigentlich auf einem Tantra-Retreat? Was passiert da und worauf lasse ich mich ein?“ Viele meiner Follower*innen, die noch nie auf einem Tantra-Retreat waren, haben oft ganz lustige und teilweise unrealistische Vorstellungen davon, was da so abgeht. Deshalb möchte ich euch heute mal ein paar meiner eigenen Schlüssel-Erlebnisse erzählen, die ich auf den vielen Tantra-Retreats hatte, die ich bereits besucht habe. Ihr werdet sehen: Es läuft ganz anders, als ihr vielleicht vermutet – und vor allem geht es um fast alles, außer Sex. 

Jahrelange Erfahrung

Ich selbst besuche seit mittlerweile vielen vielen Jahren Tantra-Retreats und -Seminare. Ich habe eine Tantra-Massage-Ausbildung und eine Sexological-Bodywork-Ausbildung absolviert und wirklich unglaublich viel Selbsterfahrung hinter mir. Doch als ich begonnen habe, war ich genauso unerfahren wie vielleicht die eine oder der andere von euch. Ich bin in meine ersten Retreats noch als die ‚alte Kathrin‘ reingestartet. Die Kathrin, die sich selbst eher als Porno-Girl wahrgenommen hat und sehr viel ihres Selbstwertgefühls über ihre Sexualität bezogen hat. Meine Gedanken waren da unter anderem: „Vielleicht lerne ich ja einen schuckligen Typ kennen. Vielleicht ergibt sich toller Sex oder ’ne Beziehung“, usw. Wie ihr seht: Ich ging selbst mit einer guten Portion Neediness und Bedürftigkeit in meine ersten Seminare und – klar – wurde erstmal in meinen Erwartungen enttäuscht.

Nix mit verlieben!

In meiner ersten Tantra-Gruppe waren dann alle Personen um eine ganze Ecke älter als ich und es gab tatsächlich nur einen jungen Mann in meinem Alter. Ich war also zunächst ein wenig enttäuscht, weil ich die meisten Menschen auf den ersten Blick nicht attraktiv oder anziehend fand. Lustigerweise war ich dann gleich an meinem ersten Tag mit dem jungen, hübschen Typ in der Partnerarbeit und hab‘ mich natürlich prompt verknallt. Jede Berührung war was total Besonders und ich wollte natürlich sofort mehr davon. Am nächsten Tag war dann allerdings Partnertausch angesagt, und was passierte? Ich kam mit einem älteren Mann zusammen, den ich sexuell gar nicht anziehend fand. Erstmal war ich natürlich mega enttäuscht.

Begegnung auf Seelenebene

Doch an diesem Tag habe ich dann zum ersten Mal die Erfahrung gemacht, dass Tantra eben NICHTS mit Sexualität zu tun hat. Sondern dass wir uns in den Tantra-Übungen auf Seelenebene begegnen. Und dass wir dabei in jeder Begegnung etwas lernen und andere Erfahrungen machen. Am zweiten Tag – mit diesem ‚unattraktiven‘ Partner – bekam ich Zugriff auf ganz andere Emotionen. Ich habe total viel geweint und konnte viele andere Themen in mir hochkommen und gehen lassen. Es ging viel mehr um einen väterlichen Aspekt, um Geborgenheit. Die Begegnung war komplett anders als die, die ich am ersten Tag mit dem jungen, ‚hübschen‘ Mann hatte.

Erfahrungen machen – und sie wieder loslassen

Bereits da habe ich gelernt, dass es im Tantra vor allem ums Loslassen geht. Klar, wenn wir tolle, geile Erfahrungen machen, möchten wir sie festhalten. So entstehen auf vielen Seminaren dann die ‚Tantra-Paare‘, die total aneinander kleben bleiben und jede Übung gemeinsam machen. Das kann zwar auch eine schöne Erfahrung sein, aber meiner Meinung nach nehmen sich diese Menschen die Möglichkeit, mit ganz vielen anderen Facetten ihres Selbst in Berührung zu kommen. Gerade die Partner, die einem auf den ersten Blick nicht ‚perfekt‘ erscheinen, konfrontieren einen selbst mit vielen interessanten Themen. Denn erst in diesen etwas schwierigen Begegnungen kann ich lernen, meine eigenen Bedürfnisse ganz genau zu kommunizieren und auch klare Grenzen zu setzen.

Tantra-Retreat: Der sichere Raum

Genau für diese Lernerfahrungen ist ein Tantra-Retreat da: Es bietet dir den sicheren Raum, in dem du alles ansprechen darfst. Auch – und gerade – dass du dich unsicher, emotional überfordert oder verwirrt fühlst. Der Schlüssel ist, völlig absichtslos in die einzelnen Übungen zu gehen und dann zu schauen, was sich zeigt. Oft haben wir total genaue Vorstellungen davon, was wir erfahren möchten oder sollten, und sind dann verwundert, wenn sich was ganz anderes zeigt. Doch genau darum geht es. Ich war zum Beispiel immer ein sehr extrovertierter Mensch, total ‚geil‘ auf Erfahrungen, wollte jede Übung quasi inhalieren. Und dann kam ein Tag, an dem wir eine Übung zur Heilung unseres Beckenraumes machen durften, und ich hab‘ gespürt: „Ich kann diese Übung jetzt nicht machen. Ich hab‘ grade meine Tage und ich möchte einfach nicht.“ Ich hab‘ dann total angefangen zu weinen, den Raum verlassen und mich von einer Assistentin erstmal auffangen lassen. Und diese Erfahrung war für mich so viel wichtiger, als an der Stelle die Übung zu machen. Ich durfte einfach mal wo NICHT dabei sein, etwas auslassen, mal auf mich selbst aufpassen.

Es geht nicht um Sex!

Wie ihr seht: Sex steht absolut nicht im Mittelpunkt eines Tantra-Retreats. Es geht vielmehr um emotionale Selbsterfahrung, um echten Kontakt zu anderen Menschen, um das Sich-Selbst-Spüren und darum, die eigene Wahrnehmung wertfrei zu kommunizieren. Es geht darum, sich einzulassen, ohne ständig im Kopf seinen inneren Bewerter einzuschalten, der alle anderen Menschen in Kategorien steckt – wie wir das im Alltag zu gerne tun. Dadurch entsteht echte Verbindung: zu dir selbst und zu den Menschen um dich rum.

Wenn du diese Erfahrungen auch mal machen möchtest, und dich auf diese wunderschöne, heilsame Tantra-Reise begeben magst, dann komm in eines meiner nächsten Retreats:

Von 25.2. bis 1.3. findet mein nächstes Tantra-Frauen-Retreat in Berlin statt.

Von 8.4. bis 12.4. leite ich dann gemeinsam mit meinem Partner mein erstes Tantra-Retreat für Paare in München.

Du findest alle Infos dazu in der ‚Vor-Ort‘-Section auf meiner Website!

Ich freue mich sehr, wenn du mit dabei bist! Deine Kathrin ❤️

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Weitere Podcast Episoden findest du hier.

Liebe Grüße Kathrin Ismaier

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