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Hand aufs Herz: Warum heißen Schamlippen eigentlich Schamlippen?
Je länger man darüber nachdenkt, desto absurder klingt es. Da reden wir über einen völlig natürlichen Teil unseres Körpers – und nennen ihn nach einem Gefühl, das möglichst gar nichts damit zu tun haben sollte: Scham.
Genau deshalb lohnt es sich, einmal genauer hinzuhören, welche Worte wir im Alltag rund um Sexualität benutzen. Denn unser Wortschatz Sexualität ist nicht nur Sprache – er formt unser Denken, unser Körpergefühl und manchmal sogar unsere Lust.
Viele Begriffe tragen wir seit der Kindheit mit uns herum, ohne sie jemals bewusst hinterfragt zu haben. Und plötzlich merkt man: Moment … vielleicht fühlt sich dieses Wort für mich eigentlich überhaupt nicht stimmig an.
Schamlippen oder Vulvalippen – Worte schaffen Wirklichkeit
Das bekannteste Beispiel: Schamlippen.
Ein Wort, das wir alle kennen. Und gleichzeitig eines, das ziemlich viel mittransportiert. Denn wenn schon im Namen Scham steckt – wie frei soll sich das bitte anfühlen?
Viele benutzen deshalb inzwischen lieber Vulvalippen, Labien, Venuslippen oder manchmal auch Lustlippen.
Besonders Vulvalippen ist für viele eine schöne Alternative, weil es anatomisch korrekt ist und nicht sofort ein Gefühl von Scham mitschwingen lässt. Sprache beeinflusst eben oft mehr, als wir denken. Nicht immer bewusst – aber definitiv spürbar.
Brustwarzen – oder klingt Brustknospen nicht eigentlich viel schöner?
Auch bei Brustwarzen lohnt sich ein zweiter Blick.
Warze klingt ehrlicherweise nicht besonders sexy. Eher nach Apotheke als nach Erotik.
Manche sagen deshalb lieber Brustknospen, Brustspitzen oder ganz klassisch Nippel.
Natürlich muss nicht jedes Wort weich oder poetisch klingen. Aber spannend ist die Frage: Welches Wort fühlt sich für dich eigentlich gut an? Und welches benutzt du vielleicht nur aus Gewohnheit?
Penis, Hoden … oder „da unten“?
Dann gibt es diese typischen Ausweichformulierungen wie „da unten“.
Aber … wo genau ist eigentlich da unten?
Im Keller? Unter dem Bett? Unter den Füßen?
Gerade beim Thema Begriffe für Genitalien wird oft herumgeeiert – obwohl klare Worte vieles leichter machen. Penis, Hoden, Vulva, Vagina – das darf man sagen. Und je natürlicher wir diese Wörter benutzen, desto natürlicher wird meistens auch das Gespräch darüber.
Und ganz nebenbei hilft es auch enorm in Beziehungen – vor allem dann, wenn man über Berührung, Bedürfnisse oder Grenzen sprechen möchte.
Sex – und was meinen wir eigentlich genau damit?
Auch das Wort Sex ist erstaunlich ungenau.
Denn Sex kann unglaublich vieles sein: Küssen, Kuscheln, Berührung, Oralverkehr, Penetration, Intimität, erotische Begegnung, Vereinigung, Nähe oder einfach dieses Kribbeln zwischen zwei Menschen, das sich schwer in Worte fassen lässt.
Und genau da wird Sprache spannend.
Denn manchmal sprechen zwei Menschen über „Sex“ – und meinen komplett unterschiedliche Dinge.
Je genauer wir benennen können, worüber wir sprechen, desto leichter wird echte Kommunikation. Und desto kleiner wird die Wahrscheinlichkeit für Missverständnisse im Bett.
Was bekanntlich sehr hilfreich sein kann.
Blasen & Lecken – Worte, die manchmal mehr verwirren als erklären
Auch bei sexuellen Praktiken lohnt sich ein genauer Blick auf den Sprachgebrauch rund um Sexualität.
Nehmen wir Blasen.
Wörtlich verstanden sorgt dieses Wort schnell für ziemlich falsche Bilder im Kopf. Gerade Jugendliche interpretieren das manchmal überraschend kreativ – im wahrsten Sinne des Wortes.
Ähnlich bei Lecken. Das klingt für manche verspielt, für andere hart oder irgendwie unpassend.
Neutraler sprechen manche lieber von oraler Berührung, oraler Stimulation, Oralverkehr, Penisstimulation mit dem Mund oder Vulvastimulation mit dem Mund.
Es geht dabei gar nicht darum, „richtige“ Begriffe festzulegen – sondern Worte zu finden, die sich für dich passend, klar und natürlich anfühlen.
Petting, Vorspiel … oder vielleicht einfach Begegnung?
Auch Petting oder Vorspiel sind interessante Begriffe.
Denn bei „Vorspiel“ klingt es oft so, als wäre alles davor nur Vorbereitung auf das Eigentliche.
Dabei erleben viele Menschen genau diesen Teil als das Schönste überhaupt.
Berührung, Küssen, Streicheln, gegenseitiges Entdecken, erotische Berührung, spielerische Intimität, sinnliche Begegnung – all das steht oft völlig für sich. Ganz ohne dass danach noch irgendetwas passieren muss.
Vielleicht braucht Sexualität manchmal weniger Ziel – und mehr Neugier.
Sexualaufklärung beginnt bei Sprache
Ein großer Teil von Sexualaufklärung ist nicht nur Anatomie – sondern Sprache.
Denn je besser wir Worte für unseren Körper finden, desto leichter fällt es uns meist auch, ihn wahrzunehmen, Bedürfnisse zu äußern und Grenzen zu kommunizieren.
Viele Menschen wissen zum Beispiel gar nicht genau, dass die Vulva außen liegt – und die Vagina innen.
Und wenn schon die Begriffe unklar sind, wird es oft auch schwierig, über Lust, Berührung oder Empfinden wirklich konkret zu sprechen.
Worte schaffen Verbindung – zu anderen, aber auch zu uns selbst.
Lege dir dein eigenes Wortschatz-Buch an
Vielleicht ist heute ein guter Moment für ein kleines Experiment:
Wenn du Lust hast, schnapp dir einen Zettel – oder dein Handy – und schreibe dir einmal deinen ganz persönlichen Wortschatz Sexualität auf.
Welche Begriffe benutzt du für deinen Körper? Welche Wörter magst du? Welche nicht?
Was fühlt sich frei an? Was komisch? Was peinlich? Was schön?
Und vielleicht findest du dabei sogar neue Worte, die viel besser zu dir passen.
Podcast hören oder lieber auf YouTube anschauen?
Wenn dich das Thema interessiert, hör unbedingt in unsere Podcastfolge rein.
Du findest sie auf Spotify und allen gängigen Podcast-Plattformen – oder als Video auf YouTube.
Und vielleicht achtest du danach im Alltag plötzlich ganz anders darauf, welche Worte du rund um Sexualität benutzt.
Lust, Körperbewusstsein & ehrliche Begegnung – komm mit ins Frauen-Retreat
Wenn du Lust hast, tiefer in dieses Thema einzutauchen und deinen Körper nicht nur theoretisch, sondern wirklich praktisch neu zu entdecken, dann laden wir dich herzlich in unser nächstes Frauen-Retreat ein.
Dort geht es nicht um Leistung. Nicht darum, etwas können zu müssen. Und ganz sicher nicht darum, „perfekt“ zu sein.
Sondern darum, dich selbst bewusster zu spüren.
Was dich erwartet:
4 Tage Auszeit in wunderschöner Natur bei München
Tantra & Embodiment
Körper- und Wahrnehmungsübungen
Sexual Bodywork Übungen
Wissen rund um weibliche Anatomie, Lust & Körperbewusstsein
ehrlicher Austausch mit anderen Frauen
Yoga, Bewegung & Tanz
leckeres Essen
Raum für Fragen, Neugier und echtes Spüren
Zeit nur für dich und deine Sexualität
Wenn du das Gefühl hast, dich selbst wieder tiefer kennenlernen zu wollen – dann ist dieses Retreat genau das Richtige für dich.
Ich freu mich auf dich !
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💃🏼 ÜBER MICH 💃🏼
Hi, ich bin Kathrin Ismaier 🙋🏼♀️ Sexualberaterin und Tantra Lehrerin. Ich helfe Menschen dabei durch Tantra & Körperarbeit ein besseres Körperbewusstsein zu entwickeln. Dadurch und durch die Reflexion der eigenen Sexualentwicklung schaffen wir eine gute Basis für eine erfüllte Sexualität 💥 Ich unterstütze hauptsächlich Frauen in Online Kursen & mehrtägige Retreats. 🧘🏼♀️ Sexualberatung 1:1 oder 1:2 biete ich online oder vor Ort in München für Frauen, Männer & Paare an. ☺️ Mit meinem Partner Christian Schirner zusammen biete ich Workshops für gemischte Gruppen an.
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